Hauser

Hommage zum 200. Geburtstag des berühmtesten Findelkindes aller Zeiten


Wann er lebte, ist umstritten. Wann er starb, ist fraglich. Wie er lebte - man kann es nur ahnen. Warum das so ist, wurde immer wieder diskutiert.

Aber geht es bei der Frage, ob der Thronfolgersohn im Badischen vor zweihundert Jahren nach seiner Geburt möglicherweise in einen Kerker geworfen wurde oder ob er im Wald aufwuchs, wirklich um Kaspar Hauser?

Paul Heinrich versucht eine andere Annäherung. Er spürt nach, was geschah - und was immer noch mit ihm geschieht.

Was sagt uns Hauser noch?

Eine Hommage zum 200. Geburtstag Kaspar Hausers



Kaspar Hauser wurde 1812 geboren. Wann und wie er starb, wurde oft vom Tisch gewischt... Wie er lebte, kann nur geahnt oder erspürt werden. Seine Biographie ist längst noch nicht zu Ende geschrieben (vgl. beispielsweise den Beitrag in die "Deutsche Biographie").

Doch die Legenden um das berühmteste Findelkind der Welt wuchern zweihundert Jahre nach seiner Geburt und seinem angeblichen Selbstmord immer noch. Es entstanden Verschwörungstheorie zu seinem Leben und seiner vermuteten Ermordung, weil er möglicherweise Thronfolger des Hauses Baden gewesen wäre (vgl. beispielsweise die Faktensammlung und facettenreiche Darstellung bei Wikipedia). Wuchs er im Wald unter Wölfen auf oder war er in einer verdunkelten Zelle weggesperrrt bis er plötzlich an Pfingsten 1828 in Nürnberg auftauchte?

Die Medien nahmen sich seiner oft nur stichworthaft an (beispielsweise 2007 in einem Beitrag der "Bild"-Zeitung) oder auch mit leidenschaftlicher Anteilnahme (so beispielsweise in einem längeren Beitrag im Wissenschaftsteil des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel").

Auch die Wissenschaften nahmen sich immer wieder des Schicksals an, meist jedoch nur um beobachtete psychische Erkrankungen wie die "Deprivation" ausgerechnet mit seinem Namen scheinbar sinnfälliger zu machen (siehe beispielsweise die "Definition" zum "Kaspar-Hauser-Syndrom").


Letztes Hemd...

Paul Heinrich sucht in seinem Gedichtband eine andere Annäherung


Nach seiner Trilogie aus „inne halten“,„tellerrandwärts“ und „nach Tisch“ widmete sich Paul Heinrich dem ebenso geheimnisvollen wie aktuellen Kaspar Hauser, jenem Kind Europas, der solche Wörter wie  „Euro-Rettungsschirm“ und "Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) sicherlich nie hervorgebracht hätte.

Denn das Thema, was den Menschen zum Menschen macht, ist auch nach zweihundert Jahren nicht „vom Tisch“. "Der Spiegel" versuchte den Forschungsstand zu Kaspar Hauser als unfreiwilligem Forschungsobjekt und missbrauchte Projektionsfläche zuletzt im November 1996 mit der Titelgeschichte  (Nr. 48/1996) "Der entzauberte Prinz - Kaspar Hauser" zu beleuchten, entdeckte darin aber lediglich den "schönsten Krimi aller Zeiten".

Auch in 2012, zum 200. Geburtstag Hausers, blieb der mediale Blick überwiegend an der spekulationsträchtigen Thronfolge-Frage kleben, beispielsweise am 29. April 2012 in dem "Zeit"-Beitrag "Kaspar Hauser - Die umstrittene Geschichte eines Findelkindes". In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war es einen Tag später, am 30. April 2012, in deren Bericht "Findelkind Kaspar Hauser - Der Prinz und der Bettelknabe" auch nicht viel aufschlussreicher. Es wurden immer wieder bloß althergebrachte Mythen reanimiert, so auch in der "Süddeutschen Zeitung" vom 27. August 2012 mit ihrem launigen Artikel "Mythos Kaspar Hauser - Neue Geschichten aus der Gruft".

Doch diese Sichtungen eines bedrückend aufregenden Lebens zeigten nicht den Menschen Kaspar Hauser. Paul Heinrich versucht sich in seinen Gedichten anzunähern - eine sehr persönliche Verbeugung vor Hauser.

Heinrich reduziert einerseits nüchtern das, was man über die nahezu mythische Figur Hauser zu wissen meint. Andererseits wendet er sich direkt an Hauser und erzählt ihm, was er in ihm sieht. Der Dialog mit dem berühmtesten Findelkind der Weltgeschichte wird so sowohl persönlich als auch provokant.

Seine Hommage schließt mit dem Gedicht "Letztes Hemd". Daraus einige Zeilen:

letztes Hemd

ein Hemd, ein Hemd für diesen Tag
dieses Jahrzehnt und noch zwei Jahre drauf
ein Hemd im 21. Jahrhundert
erst ein paar Jahre alt und schon
sind die Kanten durch, die Knöpfe ab
der Rücken bewohnt und gut gelaunt
legen sich die Katastrophen ins Zeug
farblich abgestimmt, durchdachte Beleuchtung
inszeniert entblößt sich die ganze Bande
und erntet Zustimmung



108 Seiten zu 12,80 Euro

Erstausgabe, Berlin 2012
Copyright © Nachttischbuch

ISBN-13: 978-3-937550-20-6


 


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Hier finden Sie weitere Lesehinweise - viel Vergnügen.

 

 


What about Kaspar Hauser?

A homage to the famous „foundling”


 

Kaspar Hauser was born presumedly on September 29, 1812. Just as little is known about his death. The German authorities recorded his natural death when he was only a few days old, on October 16, 1812.

Sixteen years later a young man appeared on the market square in Nuremberg. Some claimed him to be Kaspar Hauser.

There are many theories and legends whether Kaspar Hauser might have grown up in the woods or in a darkened cell. There are speculations about a conspiracy – he might have been the hereditary prince of Baden. Some scraps are presented at "wikipedia".

Nevertheless, from than on the name Kaspar Hauser has been used as a symbol for different medical conditions, for instance adapative disorder, social disorientation and the emotional deprivation syndrome (“Kaspar Hauser Sydrome”).

However. On occasion of the bicentenary of Hauser’s death in 2012 the German poet Paul Heinrich pays tribute to him. His poems, published in Berlin by Nachttischbuch-Verlag, are simply titled “Hauser. Gedichte”. The poems are searching for the impact of Kaspar Hauser.  And Heinrich tries to understand his fate.

The German contemporary poet Paul Heinrich has published so far a trilogy:
  •  “inne halten” (loosely translated: “hold on inside” or as George Harrison had sung: “within you – without you”),
  •  “tellerrandwärts” (which points “towards the edge of the plate”) and
  •  “nach Tisch” (which means something like “at table after eating”).

Heinrich´s trilogy reflects about he social situation of a modern author, the circumstances of living in Europe after the World Wars and the risks of cultural clashes coming up.

The Author refers to Charles Bukowski and Majakowkij, Nelly Sachs,Wolf Wondratschek and also to the German pop-lyrics writer and singer Heiner Pudelko.

“Hauser” can be ordered in the UK, USA and Canada at "amazon" and other platforms.



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