21 Hamburg 90

Wenn eine Stadt zu Tode "saniert" wird ...


Ein unbedeutender Stadtteil am Rande Hamburgs - und doch weltbekannt: Harburg an der Süderelbe.

Der Journalist Rainer Jogschies berichtet Unglaubliches von dessen Bewohnern, ihren Beamten und den Provinzpolitikern.

Es ist ein spannendes Stück über den Niedergang eines Ortes, der einst für die wirtschaftliche Größe der Hansestadt stand - und am „11.9.“ international zum Synonym für Terror wurde.

21 HAMBURG 90 ist eine spannende Materialsammlung der medien-kritischen Reihe Hermes´ Wege. Die darin entwickelten bzw. vorgestellten Begriffe werden in der Fallstudie "Emotaiment - Der ´Fall Sebnitz´und seine Folgen für den Journalismus" vertieft, die 2016 veröffentlicht wird.

Was sagt uns Harburg schon?

Eine journalistische Ehrenrettung für einen scheinbar unbedeutenden Stadtteil


Eine Stadt, deren Zerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer "Sanierung" begann. Ein Hafen, unter dessen schadstoffhaltigem Schlick jahrhundertalte Elbdörfer begraben wurden. Ein hochgiftiger Müllberg, der zum Ausflugsziel umgebaut werden soll. Ein Kaufhaus, das mittels des größten Atombunkers Deutschlands einen Schnellbahnanschluss ins Basement bekam. Ein Nazigegner, der fünf Jahre lang von der Justiz wegen angeblichen Landfriedensbruchs verfolgt wurde. Ein Kriegsgegner, der nicht beweisen konnte, dass er nicht töten mochte.

Rainer Jogschies berichtete als Journalist in den letzten drei Jahrzehnten von diesen und ähnlichen Vorgängen aus dem Hamburger Stadtteil ´Harburg´. Es sind unglaubliche, aber dennoch wahre Geschichten, bei denen man bestenfalls an Schilda, schlimmstenfalls an Palermo erinnert wird.

"21 … 90" ist die frühere Postleitzahl der ehemals selbständigen Gemeinde Harburg: Es geht um einen Stadtteil am Rande Hamburgs – unbedeutend und doch seit dem "11.9." weltbekannt, da drei der mutmaßlichen Attentäter hier studierten.

2013 wird der Bezirk an der Süderelbe erneut aus aller Welt besehen. Anlass ist die Internationale Gartenbauschau (igs) und die Internationale Bauausstellung (IBA) in Wilhelmsburg, einem früheren Ortsteil Harburgs. Medienwirksam wird da ein zynisches Spektakel abgefeiert. Der rauhen Lebenswirklichkeit der Bewohner wird, laut Pressetexten der igs und IBA, mit „attraktiven Erlebniswelten“ entgegengetreten, eilig angelegtes Grün als „lauschiges Paradies“ gelobpreist. Die ernsten soziale und ökologischen Probleme dieser Kommune sind so jedenfalls nicht zu lösen.

Harburg - Wie ein Faden durch ein finsteres Kriminalstück ...

Rainer Jogschies untersucht in seinem Reportagenband die alltäglichen Verletzungen, Unterlassungen und Vergehen


Mit seinen Reportagen erinnert Rainer Jogschies an Vorfälle, die sich der so genannten "Ökonomie der Aufmerksamkeit" in den klassischen Medien rasch entzogen. Wie er seine Notizen für den stern, den vorwärts, das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt und andere - mal bizarr, mal ungeheuerlich – nun zu einem Buch zusammenstellte, bearbeitete und aktuell ergänzte, erinnern sie fast wie ein Faden durch ein finsteres Kriminalstück.

Es werden geheime Verbindungen, Verstrickungen und hintertriebene Tatmuster deutlich. Hier geht aber nicht um Taten, die geahndet werden (sollten), sondern um die alltäglichen Zumutungen, Verletzungen, Unterlassungen, Verstöße und Vergehen – beispielhaft festgehalten in und für "21 … 90", den oft vergessenen Ort hinter einer überholten Postleitzahl.

Der vorliegende, zweite Band der Reihe Hermes´ Wege bietet ehemaliges Pressematerial in überarbeiteter Form, um die verbreitete These abwägen zu helfen, die „Mediengesellschaft“ werde mittels einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ informiert. Die „globalisierten Medien“ würden aus der „Nachrichtenflut“ für den Bürger das „Wichtige“ auswählen. So sollen Ansatzpunkte für ein anderes Verständnis der Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeit und Vernachlässigung, Sensation und Alltag sowie „Ökonomie“ und Demokratie gewonnen werden.


220 Seiten zu 19,80 Euro

Erstausgabe, Berlin 2013
Copyright © Nachttischbuch

ISBN-13: 978-3-937550-22-0

 

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Und hier finden Sie gleich einen aktuellen Text aus der tageszeitung zum Scheitern der Stadtumbau-Politik in Hamburg und dem Ende der IBA (Internationale Bauausstellung, Hamburg 2013).


Der Evangelische Kirchentag 2013 fand auch in Hamburg-Harburg statt. Aus diesem aktuellen Anlass stellte der Verlag zwei Leseproben zur Kirche im Alltag ins Netz (linke Spalte): Die Geschichte um einen Kriegsdienstverweigerer, den die Kirche und lokale Christdemokraten als Gesetzesbrecher sahen, und die von einem Pastor, der auf dem Evangelischen Kirchentag 1981 gegen die Zerstörung der Elbdörfer auftreten wollte.


Foto aus dem Reportage-Band "21 Hamburg 90" (Copyright: Nachttischbuch-Verlag, Berlin 2013; Bildrechte: Rainer Jogschies)
Trasse für eine Atombunkerzufahrt, Heimfeld

What about Harburg?

The world´s famous but unknown town near Hamburg: "21 Hamburg 90"


Who knows about Harburg, that hit the headlines after the attack on the World Trade Center (WTC) on "Nine-Eleven", in 2001? Those small german town, where three of the accused terrorists had been studying the architecture of cities at the Technical University Harburg (TU HH)?

Already two decades before this sudden worldwide fame the journalist Rainer Jogschies started reporting about Harburg. A few  of his unbelievable topics: Why and how a town was destroyed by "urban regeneration". Why old villages at the river Elbe were buried under toxic harbour mud. Or that a highly contaminated garbage heap shall be modified to a tourist destination ... How a department store got a railroad connection along with the biggest nuclear shelter of Germany. What happened to a young man, who demonstrated against Nazis, and one another who couldn't prove that he didn't want to kill.

Rainer Jogschies is moreover a political scientist. In his reports he reminds of events, that are withdrawn from the so-called "economy of attention" which forms the nowadays media.
With his compilation of short stories from a small town he is trying a different journalistic view. The way he arranges his views on the bizarre reality they seem to be part of a thriller: Yet he doesn’t focus on crime which gets punished, but on everyday insults, offenses and violations.

The German journalist Rainer Jogschies has published three more titles at Nachttischbuch-Verlag, Berlin:
  • the essay "Nirwana der Nichtse. Ortskunde" (ISBN-13: 978-3-937550-02-2)
    about the reflections of journalism after "Nine-Eleven" and the brave reality in the "terror-town" Harburg, where three of the terrorists studied
  • the essay "Die Non-Stop-Gesellschaft" (ISBN-13: 978-3-937550-01-5) about speed and contemplation in modern life
  • the short story  "Der Buchmesser" (ISBN-13: 978-3-937550-00-8) about a young German author who starts up at the Frankfurt book fair
  • and the actualizied reprint  "Der Buchmesser. Reloaded" (ISBN-13: 978-3-937550-16-9).

Rainer Jogschies reflects about he social situation of a modern author in Europe, the circumstances of working at the mass media in Germany and especially about perspectives of policy and poltics in the post war and reunified "Deutschland".

The author refers to Kurt Tucholsky and Franz Kafka and to the German journalists Günter Handlögten, Henning Venske and Klaus Wildenhahn.



“21 Hamburg 90” can be ordered in the UK, USA and Canada at i. e. at "amazon" and some other platforms.

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