Der Buchmesser. Original und Reloaded

Kurze Erzählung vom Ende des Erzählens, 2004 und 2009


Ein Autor auf einer weiten Reise. Auf der Frankfurter Buchmesse will er sein Manuskript verkaufen. Alles, was schiefgehen kann, geht schief.

Doch er hat Erfolg. Nur was für einen! Statt Bestseller wird er Restseller ...



Die Satire von einem, der auszieht, sein Glück zu suchen: Das jährliche Treffen der Autoren in Frankfurt/Main ist da nicht bloß ein Jahrmarkt der Eitelkeiten mit dem Charme eines kleinstädtischen Baumarktes. Besäufnisse und mancherlei branchenübliche Blödheit(en) sind noch die geringsten Belastungen beim Buch-Machen.

Die Schwierigkeiten eines ersehnten Bucherfolges sind wohl ernster, denkt der unbedarfte, ambitionierte Autor. Er lernt in den enge Gängen der riesigen Hallen, in den auch ein Viehmarkt Hof halten könnte, rasch dazu: Die den "Erfolg" wollen, machen sich dabei oft nicht nur lächerlich.

Der erträumte Bestseller in dieser tragi-komischen Erzählung erlebt den Alptraum eines Restsellers. Ramsch wird nicht nur geschrieben. Er wird das Markenzeichen der Branche.

Der Buchmesser

Kurze Erzählung mit einem Anhang am Ende


Rainer B. Jogschies kennt die Frankfurter Buchmesse weit über zwanzig Jahre. Jahr für Jahr hat er in großen und kleinen Verlagen Bücher veröffentlicht, Jahr für Jahr.


Noch mehr aber hat er die Schattenseiten der Szenerie kennengelernt. In Vorlesungen und Seminaren, auf Tagungen und bei Gewerkschaftstreffen hat er davon berichtet.


Doch der Wunsch bei jungen Autoren, ein Buch zu veröffentlichen, ist oft größer als die Wahr-Nehmung der rauhen Wirklichkeit. Zumal, wenn sie so bizarr ist, dass man nur darüber lachen könnte.


An seine kurze Erzählung schloss Jogschies daher einige solcher Beobachtungen an: "Der Autor stört" und "Der Verleger eiert". Und Beide, Autor und Verleger, begegnen sich - wenn überhaupt jemals - zwischen Doppelbödigkeiten und Doppelgesichtigkeit.


Diese beiden Schlüsse stehen hinten im Buch, das nicht nur deshalb kein klassisches Ende hat. Es soll weiter erzählt werden - von anderen Autoren und vom Leser.


Einen Versuch, wie es weitergehen könnte, dokumentiert dieses Buch zuguterletzt: Die Thesen der DOGMA-Gruppe, eines "Hamburger Vertrages der Autoren".




Rainer B. Jogschies: Der Buchmesser
132 Seiten zu 14,80 Euro
Erstausgabe, Berlin 2004
Copyright © Nachttischbuch
ISBN-10: 3-937550-00-3

ISBN-13: 978-3-937550-00-8

 

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Der Buchmesser. Reloaded

Neu veröffentlichte Erzählung mit einem aktualisierten Anhang


Im März war die Buchmesse in Leipzig. Und im Herbst ist schon wieder Messe: In Frankfurt/Main. Nur einer fehlt stets: Der Buchmesser – jener freundlich konfuse Autor Christian aus dem gleichnamigen Roman über diese jährlichen Jahrmärkte der Eitelkeiten. Stattdessen erscheint, fünf Jahre nach der Erstveröffentlichung, die Erzählung Von einem, der auszog in Frankfurt das Fürchten zu lernen,  nun noch einmal. Und sie kommt noch witziger und doch ernster daher.

Denn ist Situation ist irgendwie schon komisch: Die Umsatzzahlen der Buchbranche steigen zwar. Es gibt Jahr für Jahr immer mehr Neuveröffentlichungen, immer mehr Autorennamen, immer mehr Buchtitel. Das klingt nach einer Erfolgsstory.

Aber die Branche stagniert. Betriebswirte und Buchclowns haben mehr Konjunktur als Autorinnen und Autoren. Immer mehr Erstveröffentlichungen werden inzwischen von den Autoren selbst herausgegeben: Der Eigenverlag ist allerdings der Anfang vom Ende des Schreibens. Wer sich nur noch selbst vermarkten muss, der kommt kaum zum Schreiben – vom Lesen ganz zu schweigen.

Daher war nach fünf Jahren eine Wiederveröffentlichung des ironischen Romans „Der Buchmesser“ geboten, im handlicheren Taschenbuch-Format. Der Autor, Rainer Jogschies, aktualisierte das Buch mit dem Essay "Autor verschwindet" - dadurch wurde das Buch freilich umfänglicher als die Erstveröffentlichung.


Als Gesprächsstoff wäre es für den geplanten Schriftstellerkongress im Juni 2009, zu dessen vierzigsten Jahrestag, gut gewesen. Doch die Gewerkschaft ver.di sagte das Jubiläum ab - aus Kostengründen. Ob dies Ironie oder Zynik ist, wird sich in der nicht gerade rosigen Zukunft der Berufsgruppe erweisen, die eben weniger Beiträge als Kindergärtnerinnen, Polizisten und Müllwerker aufbringt. Für jene wird immerhin so manche Trillerpfeife und Müllsack-ähnliche Demo-Kluft spendiert, um unsere Nerven zu strapazieren.


Die erste Veröffentlichung des Nachttischbuch-Verlages wird somit im Juli 2009 auch die elfte – die Brisanz für das Buchgeschäft bleibt, trotz eines lachenden und eines weinenden Auges.

Rainer B. Jogschies hat den Mut, seine Buchmesse-Erlebnisse immer wieder denen zu lesen zu geben, die an die Events in Frankfurt/Main und Leipzig glauben, denen das Buch noch heiliger geworden ist, seit das Fernsehen völlig an Format verloren und an Einfluss gewonnen hat.


Die kleine, böse Satire im Stil von „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ sollte jeder lesen, der sich seine Liebe zu Büchern melancholisch bewahren will ...




Rainer B. Jogschies: Der Buchmesser. Reloaded
Neuauflage, stark erweitert, Berlin 2009
220 Seiten zu 19,80 €
Copyright © Nachttischbuch
ISBN-10: 3-937550-16-X

ISBN-13: 978-3-937550-16-9

 

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